Wahre Schönheit? Die Tragödie eines Schmetterlings

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Wahre Schönheit? Die Tragödie eines Schmetterlings

Wahre Schönheit. Die Tragödie eines Schmetterlings (Kolumne)

Verfasser: André Stickel

Es war einmal eine Raupe, die alles andere als entzückend war. Denn sie war nicht die Art von Raupe, die man in Kinderbüchern abbildet. Keine süße und grüne, mit niedlichen kleinen Fühlern, die beim Knabbern eines Apfels sofort in einem lyrischen Gedicht erwähnt wird.
Nein, diese Raupe fühlte sich alles andere als das und das machte die Raupe sehr traurig.
Aber wie in jeder guten Geschichte, gibt es auch hier eine wundersame Wendung.
Denn die Raupe beschloss eines Tages, sich zu verpuppen. Ein mutiger Schritt! „Ich werde ein Schmetterling,“ dachte sie, „und wenn ich erst einmal Flügel habe, wird mich jeder bewundern. Dann wird jeder wissen, wie schön ich eigentlich bin!“
Also verkroch sich die Raupe in ihr Puppenhaus, verkündete vorher stolz ihre Transformation und wartete darauf, dass die Welt sie als das neueste Meisterwerk der Natur feierte.
Als aber die Zeit kam und sie sich endlich aus ihrer Hülle befreite, breitete sie ihre Flügel aus, und? Oh Schreck! Da war sie wieder, exakt die gleiche Raupe. Nur mit Flügeln.
Und die Moral von der Geschichte?
Vielleicht ist es nicht eine erhoffte Verwandlung, die Dich zu einem wahren Schmetterling macht, sondern die Erkenntnis, dass Schönheit nicht unbedingt in der äußeren Erscheinung steckt.
Denn Du bist wer Du bist und damit eindeutig mehr als nur Deine Flügel.