Wenn sich nur das Datum ändert
Silvester ist ein seltsames Fest. Wir feiern den Wechsel von einer Zahl zur nächsten, als wäre es ein Neubeginn. Ein Wandel. Ein Versprechen. Raketen steigen auf, Gläser klingen und für einen Moment scheint die Welt im Glanz der Hoffnung zu erstrahlen. Doch wenn der Rauch des Feuerwerkes verflogen ist, bleibt meist alles beim Alten.
Es ist schon faszinierend. Wir warten sehnsüchtig auf Mitternacht, um den Wechsel eines Datums zu bejubeln – und doch scheint die Welt selbst unberührt von unserem Jubel. Dieselben Konflikte, dieselben Ungerechtigkeiten, dieselbe Trägheit.
Das Datum ändert sich, aber ändert sich auch die Welt?
Ich hoffe auf diesen anderen Moment. Einen Moment, an dem nicht nur Zahlen auf den Kalendern vergehen, sondern die Welt selbst den Mut findet, sich zu verändern. Einen Tag, an dem wir Menschlichkeit vor die Macht stellen, Frieden vor den Profit und Gemeinsamkeit vor die Spaltung.
Es muss kein lauter Wandel sein. Kein Feuerwerk, kein Countdown. Vielleicht geschieht er in leisen Schritten. In Gesten des Mitgefühls. In der Bereitschaft zuzuhören. In dem Entschluss, die Welt ein bisschen besser zu machen, als wir sie vorgefunden haben.
Bis dahin wird Silvester ein Symbol bleiben. Ein Erinnern daran, dass Veränderungen möglich sind, wenn wir es wollen. Vielleicht ist der Wandel, auf den ich hoffe, näher als wir denken.
Vielleicht beginnt er genau hier, bei uns selbst.