Respekt: Ein Wunsch für die Helden der Silvesternacht

Blaulicht-Kolumnen-Silvester

Respekt: Ein Wunsch für die Helden der Silvesternacht

Keine Gewalt gegen Einsatzkräfte oder Retter

Verfasser: André Stickel

Der Jahreswechsel ist für viele ein Fest der Freude, des Zusammenseins und des feierlichen Abschieds vom alten Jahr. Doch während die meisten von uns mit einem Glas Sekt in der Hand Raketen bewundern und auf das neue Jahr anstoßen, stehen andere im Einsatz – unermüdlich, oft unsichtbar und viel zu selten wertgeschätzt. Die Rede ist von den Einsatzkräften, wie Feuerwehr, Rettungsdienst, Polizei und auch das Technische Hilfswerk.
Für diese Menschen ist Silvester kein Feiertag, sondern ein Hochrisiko-Einsatz. Während die Korken knallen und der Himmel leuchtet, sind sie unterwegs, löschen Brände, leisten Erste Hilfe, beruhigen Streitende oder bergen Menschen aus brenzligen Situationen. Sie arbeiten, wenn andere feiern. Und doch wird ihr Engagement gerade in dieser Nacht oft mit Füßen getreten.
Es ist ein trauriges Ritual geworden: Silvesterberichte sind längst keine Sammlung freudiger Geschichten mehr, sondern ein Spiegel gesellschaftlicher Respektlosigkeit. Einsatzkräfte werden mit Böllern beworfen, beschimpft, behindert – während sie versuchen, Menschen zu helfen. Brände, die durch unsachgemäßen Umgang mit Feuerwerk verursacht werden, geraten zur Nebensache, wenn Helfer selbst zur Zielscheibe werden. Was sagt das über uns als Gesellschaft aus?
Unzählige Männer und Frauen opfern sich auf, um zu helfen, wenn Menschen in Not sind. Feuerwehrleute und Rettungskräfte riskieren ihre Gesundheit, um Leben zu retten. Polizisten stehen mitten im Chaos, um Sicherheit zu gewährleisten. Und wie danken wir es ihnen?
Mit Ignoranz oder gar Gewalt?
Dieses Jahr sollte ein Wendepunkt sein. Es ist nicht zu viel verlangt, den Menschen, die sich für uns einsetzen, Respekt entgegenzubringen. Respekt bedeutet, ihren Einsatz anzuerkennen und sie ihre Arbeit ohne Gefahr oder Störung machen zu lassen. Es bedeutet, einmal darüber nachzudenken, bevor man einen Böller in Richtung eines Einsatzfahrzeugs wirft oder einen Rettungsweg blockiert.
Stattdessen könnten wir Silvester zum Anlass nehmen, *Danke* zu sagen. Danke dafür, dass es Menschen gibt, die in den gefährlichsten Momenten für uns da sind. Danke, dass sie immer wieder für uns aufstehen, auch wenn sie selbst beschimpft oder verletzt werden.
Respekt fängt im Kleinen an. Halten wir uns an die Regeln, lassen wir die Einsatzkräfte ungestört arbeiten, und wenn wir ihnen begegnen, begegnen wir ihnen mit Freundlichkeit. Das ist ein echter Neujahrsvorsatz – einer, der nicht nur für uns selbst, sondern auch für unsere unserer Gesellschaft gut wäre.
Machen wir Silvester zu einer Nacht, die nicht von Eskalation und Respektlosigkeit überschattet wird, sondern zu einer Nacht, in der wir zeigen, dass wir die wahren Helden der Nacht sehen und schätzen.
Denn ohne sie gäbe es keinen Grund zu feiern.