Im Auftrag des Kuchens

Geschichten-Kolumnen

Im Auftrag des Kuchens

Im Auftrag des Kuchens (Kolumne)

Verfasser: André Stickel

Es begann wie jeder klassische Agententhriller. Eine geheime Mission und ein äußerst empfindliches Ziel.

Ein Maulwurfkuchen.

Doch statt James Bond im Smoking stand Schatzi da, bewaffnet mit einer Schürze, einer Rührschüssel und einem Mixer, der schon bessere Tage gesehen hatte.

Die Aufgabe war klar. Der Maulwurfkuchen musste für einen ganz besonderen Geburtstag perfekt werden. Keine Brösel sollten verraten, dass Schatzi hinter dieser süßen Mission steckte.

Doch dann kam der Moment, an dem das Rührgerät beschloss, aufzugeben. Die Drähte des alten Mixers, vermutlich aus der Frühzeit der Elektrifizierung, begannen zu knistern wie in einem schlechten Katastrophenfilm. Ein leises Zischen, ein bisschen Rauch und dann.

Stille.

Panik machte sich breit. Die Sahne stand ungeschlagen da, wie ein Spion, der sich kurz vor der Enttarnung befindet. Ich hörte sie förmlich flüstern: „Schaff das, oder wir alle gehen unter!“

Plan B musste her.

Die Rettung lag bei der Nachbarin und wer sagt, dass man keine Allianzen schmieden darf? Nach einer blitzschnellen Nachricht „Mixer kaputt! SOS!“ trat die Nachbarin, Schatzis persönlicher Q, auf den Plan.

Mit einem glänzenden High-Tech-Gerät, das mehr Schaltflächen hatte als ein Smartphone, überreichte sie uns das Werkzeug der Stunde. „Pass gut darauf auf“, sagte sie mit einem Blick, der an einen CIA-Agenten erinnerte, der seinen wertvollsten Geheimcode übergibt.

Die Mission konnte somit weitergehen. Die Sahne wurde geschlagen, die Bananen strategisch positioniert, und die Schokobrösel wurden wie Tarnmaterial verteilt.

Der Maulwurfkuchen war vollendet. Eine Kreation, die jeder Maulwurf mit Freudentränen in den Augen begrüßt hätte.

Am Ende der Mission saßen wir da, mit Kuchenkrümeln an den Mundwinkeln und einem Gefühl, als hätten wir die Welt gerettet. Die Nachbarin bekam ihren Mixer zurück, Schatzi ihren Triumph und der Maulwurfkuchen?

Der blieb streng geheim. Na ja, zumindest bis zum Geburtstag am letzten Wochenende.

Eins ist sicher: Sollten wir je wieder auf so geheime Mission gehen, werden wir vorher ein Backup-Rührgerät besorgen.

Sicherheit geht schließlich vor, ob in der Welt der Agenten oder der Kuchenbäcker.