Kaum ist der letzte Dominostein verputzt und die Weihnachtskerzen erloschen, ereignet sich in deutschen Haushalten ein nahezu magisches Phänomen.
Die Transformation der Weihnachtsdekoration in eine Winterdekoration. Mit einer Mischung aus Pragmatismus, Kreativität und einem Hauch stählerner Entschlossenheit übernehmen Schneemänner und Schneeflocken die Bühne, während Rentiere, Weihnachtsmänner und Engelfiguren zurück in die staubigen Gefilde des Zwischenbodens wandern.
Doch lassen Sie uns ehrlich sein.
Dieses Schauspiel ist nicht nur ein logistisches Manöver, sondern auch ein Balanceakt zwischen Ästhetik und Bequemlichkeit. Schließlich stellt sich niemand die Frage, ob der Schneemann nun ein Weihnachtsbote oder schlicht ein Wetterphänomen ist. Er bleibt einfach stehen, weil er neutral genug ist, um den Übergang zu überleben.
Ein wahres Dekorations-Chamäleon!
Der eigentliche Clou ist. Diese Winterdekoration gibt den Hausherrinnen, ja, es sind meist die Damen des Hauses, die hier Regie führen, die Möglichkeit, sich einen nahtlosen Übergang zu schaffen. Während der Rest der Nation die Kiste mit dem Aufdruck „Weihnachten“ im Keller verschwinden lässt, bleiben vereinzelte Tannenzapfen strategisch verteilt, „weil sie ja sowieso zum Wald passen“. Auch die Lichterketten, die in der Adventszeit festlich glitzerten, werden kurzerhand als „Lichttherapie am Ehebett“ deklariert.
Was für den Beobachter nach einer gut getarnten Dekorations-Verlängerung aussieht, ist in Wirklichkeit ein Meisterwerk der Psychologie. Denn während im Inneren das Herz noch ein wenig weihnachtlich glüht, signalisiert die Fensterbank bereits: „Ich bin bereit für den Frühling. Aber nicht zu schnell, bitte!“
Natürlich darf auch die Rolle der Männer in diesem Szenario nicht unerwähnt bleiben. Während sie in der Regel den Abbau der Weihnachtsbeleuchtung in klirrender Kälte übernehmen, bleibt die Innenraumgestaltung oft den Frauen überlassen. Dabei stellen sie meist keine Fragen, schon gar nicht zur plötzlich wiederverwerteten Dekoration. Ihre Hauptaufgabe ist das diskrete Tragen von Kisten. Und wenn doch einmal ein Kommentar fällt, dann ist es oft etwas wie: „Haben wir die Dinger nicht letztes Jahr schon weggeräumt?“
So zeigt sich also.
Die Verwandlung von Weihnachten zu Winter ist mehr als nur ein pragmatisches Recycling von Deko-Elementen. Es ist ein Statement, ein kleiner Akt des Widerstands gegen die kalten, kahlen Wochen, die sich zwischen Dezember und dem ersten Vogelgezwitscher des Frühlings ziehen.
In diesem Sinne. Lassen Sie die Schneemänner ruhig noch ein wenig stehen. Es wäre ja auch schade, wenn man sich die Mühe gemacht hätte, und niemand sie bewundern könnte.
Und wenn der Februar dann doch zu trist wird, na, dann kann man ja schon mal mit der Osterdekoration anfangen.