Neulich öffnete ich voller nervöser Beklommenheit, den Umschlag meiner letzten Stromabrechnung. Und was ich dort las, hätte mit Sicherheit auch Thomas Edison zu einem hysterischen Lachen gebracht.
Für das letzte Jahr wurde scheinbar nicht nur mein heimischer Stromverbrauch abgerechnet. Nein! Offenbar habe ich meinen Stromlieferanten versehentlich damit beauftragt, jede Straßenlaterne, jede blinkende Leuchtreklame in meinem Straßenzug und sogar das Licht am Ende des Tunnels über meinen Zähler laufen zu lassen!
Ich frage mich, ob außerdem irgendwo da draußen ein städtischer Überwacher in einem hochmodernen Überwachungszentrum sitzt, der meine täglichen Aktivitäten penibel dokumentiert.
„So, Herr Stickel, Sie haben gestern Abend zweimal den Gehweg im Park benutzt. Bitte beachten Sie die Zusatzkosten für den romantischen Spaziergang unter den Laternen.“
Während ich noch überlege, ob ich künftig den Haushalt auf generelle Dunkelheit oder wenigstens auf romantisches Kerzenlicht umstelle, um nicht weiter in den Fängen der allmächtigen Watt-Zähler zu enden, überkommt mich eine schaurige Vision.
Ich hoffe jetzt nur, dass ich beim nächsten Mal nicht aus Versehen auch noch die Leuchtkraft des Himmels an meine Adresse liefern lasse. Ich will schließlich nicht für die Sonne und den Vollmond zahlen, die da oben so schön und hell strahlen! Weit entfernt bin ich jedenfalls, laut meiner vorliegenden Stromrechnung, irgendwie nicht mehr davon.
In diesem Sinne also.
Hoch lebe die Erleuchtung, und mögen unsere Stromrechnungen stets so strahlend sein wie der Humor, mit dem wir ihnen begegnen!
Euer immer leicht abgebrannter Stromverbraucher André
P.S. Dieser Artikel kann Spuren von Satire enthalten. 😉