Es war einmal ein Riese. Ein Wesen von gewaltiger Statur und ebenso gewaltigem Misstrauen. In seinem Besitz befand sich ein großer Schatz aus funkelnden Diamanten. Strahlend, kostbar und unwiderstehlich.
Der Riese, der sein Glück allein in der Sicherheit suchte, fürchtete, dass die Menschen ihm diese Pracht eines Tages entreißen könnten. Also beschloss er, die Edelsteine zu verstecken.
Nicht in einer Höhle, nicht in einer Truhe, sondern am Himmel selbst.
Und so wob der Riese seine Diamanten in eine gewaltige schwarze Decke ein und spannte diese über das weite Himmelszelt. Zufrieden betrachtete er sein Werk, überzeugt, dass seine Schätze nun sicher und außer Reichweite wären.
Doch er hatte eines nicht bedacht. Je höher er die Decke spannte, desto heller funkelten seine Diamanten.
Die Menschen sahen diese, bewunderten ihr Glitzern und erzählten sich Geschichten über ihre Schönheit. Die Kinder wünschten sich etwas, wenn ein Diamant über den Himmel zog, und Liebende schworen sich unter ihrem Glanz die ewige Treue.
Die Sterne am Nachthimmel, so erzählt uns diese Geschichte, sind demnach nichts anderes als die verwobenen Diamanten dieses vorsichtigen Riesen.
Der Riese, der seine Schätze eigentlich nur für sich behalten wollte, hatte sie also unwissentlich der ganzen Welt geschenkt.