Neulich habe ich ihn aus den Untiefen des Küchenschranks befreit: Den guten alten Sandwichmaker. Verstaubt, aber noch funktionsfähig, wie ein Relikt aus besseren Zeiten. Voller Enthusiasmus bestückte ich etliche Toastscheiben mit Käse, Schinken und allem, was der Kühlschrank sonst so hergab.
Ein Hoch auf die Resteverwertung!
Schon nach wenigen Minuten bräunte der Käse, die Kruste knackte verheißungsvoll, und der Duft rief Erinnerungen wach. Kindheit, Unbeschwertheit und geschmolzener Käse, der an den Mundwinkeln klebt.
Warum haben wir das Gerät eigentlich so lange nicht benutzt?
Die Antwort kam prompt nach dem letzten Bissen. Denn da stand ich, bewaffnet mit dem nassen Schwamm und einer Erkenntnis. Der Käse, der vorher so genüsslich zerlaufen war, klebte jetzt in jeder Rille der Antihaftbeschichtung. Und der Schinken? Ein verkohlter Schatten seiner selbst an der Rückwand. Und diese Ecken! Man müsste schon Zahnstocher-Origami beherrschen, um das sauber zu bekommen.
Nach einer gefühlten Stunde Schrubben war der Sandwichmaker wieder sauber und meine Liebe zu ihm verflogen. Bis zur nächsten Nostalgieattacke bleibt er, wo er war: im Schrank.
Ganz tief hinten, dort, wo der Käse nicht hinkommt.